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Woran erkenne ich ein gutes Nassfutter?

Jaja, der liebe  Nassfutterdschungel! Ich glaube jeder stand schon einmal im Zoofachgeschäft vor dem Futterregal und dachte sich: Welches Futter ist denn nun gut? Wo sind die Unterschiede? Worauf sollte man achten?

Und genau deshalb habe ich diese Checkliste erstellt! Anhand dieser Liste kannst du selbst überprüfen, ob dein Nassfutter bedarfsdeckend für deinen Hund ist und ich gebe dir außerdem Tipps, wie du das Nassfutter mit wenigen Handgriffen noch etwas aufpimpen kannst.

2. Checkliste

2.1 Deklaration

Perfekt ist eine offene Deklaration, d.h., dass zu jedem Bestandteil des Futters genau in % angegeben wird, wie viel enthalten ist.

2.2 Nebenerzeugnisse

Egal of pflanzliche oder tierische Nebenerzeugnisse: hier weißt du nie genau, was tatsächlich im Futter enthalten ist. Deshalb lieber Finger weg von solchen Dosen!

2.3 Aufteilung

Wichtig ist, dass der größte Teil der Nassfutter-Dose Muskelfleisch ist. Dies ist das hochwertigste und damit auch teuerste Fleisch für unsere Hunde. Als nächstes sollten die enthaltenen Innereien aufgezählt werden, z.B. Leber, Herzen, Lunge, Pansen etc.. Achte bitte darauf, dass so wenig wie möglich bindegewebshaltige Bestandteile zu finden sind wie z.B. Euter, Kehlkopf, Schlund oder Strosse (Luftröhre). 
Bei der weiteren Aufteilung können Gemüse, Obst, ein kleiner Teil Kohlenhydrate sowie Kräuter und Zusätze enthalten sein.

2.4 Jodquelle

Jod ist sehr wichtig für unsere Hunde. Es sollte daher eine Jodquelle wie bspw. Seealge vorhanden sein.

2.5 Calcium-Quelle

Calcium ist essentiell für unsere Vierbeiner. Deshalb solltest du darauf achten, dass eine Calcium-Quelle angegeben ist, z.B. Eierschalenpulver, Kalziumcarbonat oder Knochen.

2.6 Calcium-Phosphor-Verhältnis

Damit der Hund die richtige Menge an Calcium und Phosphor zu sich nimmt und auf keiner Seite ein Mangel entsteht, sollte ein Calcium-Phosphor-Verhältnis von ca. 1,2:1 im Nassfutter zu finden sein.

2.7 Vitamin D

Vitamin D ist ebenfalls sehr wichtig für die Aufnahme von Calcium und Phosphor und sollte deshalb auf keinen Fall fehlen!
Vitamin D findet man z.B. in Fisch, Lebertran oder synthetischem Vitamin D. 

2.8 Vitamin E

Vitamin E kann vom Hund nicht selbst hergestellt werden, daher muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Außerdem ist es ein Antioxidans und schützt somit Zellen, Gewebe und Organe.

2.9 Öl

Öl wird vor allem eingesetzt, um ein gutes Omega 3 zu Omega 6 Verhältnis zu schaffen. Omega 3 hat viele positive Eigenschaften, unter anderem wirkt es entzündungshemmend, wohingegen Omega 6 genau das Gegenteil bewirkt: es kann Entzündungen sogar fördern.
Daher sollte in der Nassfutter-Dose ein gutes Öl enthalten sein, z.B. Lachsöl/Fischöl, Hanföl, Leinöl, Borretschöl, Krillöl.

2.10 Zusätze

Zusätze sind schön und gut – aber manchmal ist weniger auch mehr. Man sollte z.B. bei Kräuter-Zusätzen genau hinsehen (was ist drin, wie viel…), denn jedes Kraut hat auch eine Wirkung. Häufig werden bestimmte Kräutersorten auch eingesetzt, damit der Kot “gut riecht und wohlgeformt” ist, z.B. Yucca. 

2.11 Erbsen, Bohnen, Soja

Dies sind leider Bestandteile, die man sehr häufig in Hundefutter findet. In sehr geringen Mengen können Erbsen und Bohnen eingesetzt werden, doch führen sie häufig zu Blähungen und Durchfall. Und Soja hat meiner Meinung nach rein gar nichts im Hundemagen zu suchen – wo findet der Hund in der Natur im Wald denn Soja? 😉

3. Die Sache mit dem Alleinfuttermittel

Sicherlich sind dir diese Begriffe bereits begegnet: Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel. Hier solltest du wirklich ganz genau hinschauen, denn ein Ergänzungsfuttermittel muss, wie der Name schon sagt, IMMER ergänzt werden und kann nie ausschließlich gefüttert werden!
In der Tat ist es aber leider auch so, dass es einige sogenannte Alleinfuttermittel gibt, bei denen aber essentielle Nährstoffe wie Jod, Vitamin D oder Calcium fehlen. Daher: Augen auf und immer schön die Etiketten lesen!

4. Nassfutter aufpeppen

Viele Hundehalter möchten ihrem Hund neben einem guten Nassfutter auch anderweitig noch etwas Gutes tun. Hierfür eignet sich z.B.:

4.1 Kokosöl und Kokosflocken

Die aller meisten Hunde finden Kokos einfach suuuper lecker! Aber neben dem Geschmack hat es auch einen weiteren ganz tollen Vorteil: durch regelmäßige Gabe ins Futter kann ein wurmwidriges Milieu geschaffen werden, d.h. dass sich dort Würmer/Parasiten nicht mehr so gerne ansiedeln möchten.

4.2 Nüsse&Samen

Nüsse und Samen verfügen über viele tolle Spurenelemente und Mineralstoffe und sind daher eine tolle Ergänzung. Vor allem Kürbiskerne (gemahlen) sind ebenso wie Kokosöl und -flocken super gegen Würmer und Parasiten.

Nutzen könnt ihr z.B. Cashewkerne, Haselnüsse, Leinsamen, Mandeln, Paranuss, Pekannüsse, Sonnenblumenkerne, Sesam und Walnüsse.

GIFTIG sind Bittermandeln, Macadamia-Nuss und ggf. Erdnüsse.

4.3 Milchprodukte

Fast jeder Hund liebt sie, aber nicht jeder verträgt sie: Milchprodukte. Hier kannst du gerne einen Klecks Joghurt, Hüttenkäse oder Buttermilch dem Futter hinzufügen. Wenn dein Hund Produkte aus Kuhmilch nicht verträgt, probiere doch mal Schaf- oder Ziegenmilch aus.

5. Fazit

Puh, jetzt raucht dir bestimmt der Kopf. Und in der Tat: es ist wirklich nicht leicht, ein bedarfsdeckendes Futter zu finden! 
Aber wenn du diese Checkliste bei jedem Futter anwendest, bin ich mir sicher, dass du ein gutes Futter finden wirst!